Ewigkeit Natur-lichkeiten

Junigarten

Wer naturnahe Gärten liebt, der besuche die „offene Pforte im Schaumburger Land“. Mehr als sechzig GartenbesitzerInnen öffnen zur schönsten (Blüte-) Zeit ihre Gartentore um Interessierten Einblick in ihre privaten Paradiese zu gewähren. Und zu diesen stolzen Gartenbesitzern gehörte jahrelang auch Tante Ulrike. Ich schäme mich in Grund und Boden, denn obwohl wir (meine Freundin Steffi, ihresgleichen Nichte der Tante Ulrike) absolute Gartenfreaks sind, waren wir bislang nicht ein Mal dort. Letzten Sonntag war es dann aber endlich soweit; wir machten uns auf den Weg nach Wiedensahl, um Ulrikes Blüten-, Rosen-,- Vogel-, Insekten- und Krabbeltierparadies zu erkunden. Ulrike gab uns eine gut zweistündige Privatführung durch ihren inzwischen 30 Jahre alten, 4000 qm großen Garten mit anschließendem Kaffetrinken in ebendiesem.

Wir konnten unglaublich viel erfahren über die Besonderheiten der mit Bedacht ausgewählten Pflanzen, Bäume, Stauden und Rosen, die Ulrike uns – jede einzelne der vielen verschiedenen Sorten- selbstverständlich mit lateinischem Namen benennen konnte.

Der „Duftplatz“ hier sitzt man inmitten von Thymian, Eberraute, Diptam, Zitronenmelisse und verschiedenen duftenden Rosen. Zwischen den Bodenplatten wächst Römische Kamille, die beim Drüberlaufen ihre zitronigen ätherischen Öle entfaltet

Ulrike in ihrem Element

Leider zeigte sich die Sonne an diesem Tag gar nicht und der Himmel ließ eher grau in grau auch manchmal ein paar Tröpfchen fallen. Aber das war egal, denn dieser Nachmittag hatte etwas ganz besonderes: ich fühlte mich zurück versetzt in meine Kindheit, als ich noch ganze Nachmittage barfuß im Garten meiner Großmutter verbringen konnte und nicht merkte, wie die Zeit verging. So, ja so muss ein Garten sein: groß, mit vielen kleinen Plätzen zum verweilen, beobachten, lauschen und schnuppern.

(klick macht gross)

Viele kleine Wege und Abzweigungen, die neugierig machen, durch Rosenbögen und Laubengänge hindurch, ein Teich mit einer Brücke, über die man eigentlich gar nicht gehen kann, weil Rosen den Weg versperren (dürfen). Gartenhäuschen, deren Fassaden mit Brutkästen gespickt sind und Plätze, an denen dir ganz schwindelig wird, weil du nicht aufhören kannst, die betörenden Düfte zu inhalieren.

Wo auch immer ich gerade stand,  bestaunte ich mit großen Kulleraugen das leuchtende, duftende, summende und zwitschernde Kleinod und malte mir aus, wie ich als Kind diese verwunschene Pracht erforscht und erkundet hätte. Hier ist nichts wohlgeordnet aber doch sehr wohl überlegt und wer glaubt, naturnah bedeutet, dass wachsen darf was und wie es will, der irrt! Durch die Bepflanzung wird der Garten zum Refugium für die Natur, dessen Zauber wohl die meisten von uns in ihrer Ursprünglichkeit lieben dürften.

Natürlich kam auch das (von mir sonst selten benutzte) Makroobjektiv zum Einsatz. Rein theoretisch kann es noch deutlich näher ran ans Geschehen, als das, was ihr hier seht; aber dafür muss entweder die Sonne vom Himmel lachen oder ich müsste ein Stativ mitschleppen, oder beides. (Ich male mir gerade aus, wie das ausgesehen hätte…. Christiane mit sperrigem Stativ von einem Bienchen zum nächsten – neee, das lasse ich lieber. Ganz davon abgesehen, dass es auch keinen Spaß macht). Eigentlich kann ich allem, was so auf der Erde herum krabbelt oder um mich herum summt, eher weniger abgewinnen. Doch sobald die kleinen Viecher mit ihren puscheligen Bodys und den winzigen Antennen vor meiner Linse aufkreuzen, hauchen sie manch eintönigem Bild Leben ein.

 

 

Liebe Ulrike, ich werde Dich und Deinen Garten sehr gerne wieder besuchen – nicht nur im Juni, wenn alles blüht, auch der Herbst mit seinen leuchtenden Farben muss ganz bezaubernd sein und im Winter gibt es sicher nochmal andere „Sehenswürdigkeiten“. Vielleicht haben wir dann Glück und die Abendsonne taucht alles in ihr warmes Licht. Vielen Dank für den wundervollen Urlaubstag in Deinem Garten der Sinne.

 

Herzlichst
eure Christiane

 

 

 

 

2 Comments

  • Reply
    Sabine Weishaupt
    Juli 21, 2017 at 20:27

    Traumhaft schöner Garten und wunderschöne lebendige Aufnahmen. Ich fühlte mich beim Betrachten fast wie mittendrin und hatte stellenweise sogar ein wenig den Duft in der Nase 🙂
    Danke Christiane, für diese angenehmen Augenblicke!
    Die gesamte Seite gefällt mir ausgesprochen gut, neben den Fotos natürlich auch Deine humorvollen, mitreißenden Erläuterungen und Berichte. Weiter so!
    Liebe Grüße von Sabine

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      Juli 22, 2017 at 7:05

      Liebe Sabine,
      vielen lieben Dank; ich freue mich sehr, dass es dir gefällt!
      Du bist übrigens mein erster öffentlicher Kommentar ☺ Das fühlt sich gerade an wie Ostern und Weihnachten zusammen 🙂 .
      Auch dir weiterhin viel Freude und Motivation beim Fotografieren!
      Liebe Grüße
      Christiane

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