Fotoeintopf

Vom Hintergrund in den Vordergrund

Hier nun der erste Beitrag in der Kategorie „Fotoeintopf“.  In einen Eintopf kommt ja bekanntlich gerne alles, was so an brauchbaren Resten vergangener Tage übrig geblieben ist. Er ist also ein wunderbarer Resteverwertungs-Topf, in den auf dieser Seite Fotos hinein kommen, die nicht an einem Ort entstanden sind, sondern zu einem Thema passen. Und dieses Thema beschäftigt sich heute mit Vordergund und Hintergrund.

Wer sich ein bisschen mit Fotografie, bzw. Bildkomposition beschäftigt, weiss, dass es für die Gestaltung eines Bildes viele lockere Empfehlungen gibt: von der Drittel- zwei Drittel-Regel über Perspektive und Standpunkt, bis hin zu Tipps über die Wirkung der Kontraste. Das kann ein Farb-, Formen-, Helligkeits-, Größen- oder  Schärfekontrast sein. Da unsere Augen eine Szene automatisch in Vorder- und Hintergrund unterteilen, ist es gar nicht so einfach in ein zweidimensionales Bild eine gut erkennbare räumliche Tiefe zu bekommen, denn ein Foto ist flach. Hinten ist oben und vorne ist unten (meistens). Sobald man aber ein Motiv in den Vordergrund setzt, öffnet sich der Raum und man versteht das Geschehen besser.

Wo ich gerade von „Szene“ spreche: ich liebe ja Theater, ich spiele selber gerne, schaue aber auch gern zu. Besonders stark finde ich die Nebenrollen; so eine richtig bunte, witzige Nebenrolle macht ein Stück interessant, farbig und peppt die Hauptrolle noch mal so richtig auf. Ich denke da z.B. an Ron und Hermine in ihren Nebenrollen bei Harry Potter oder an den lustigen Kerzenständer „Lumiere“ bei „die Schöne und das Biest“. Aber auch eine bescheidene, unauffällige Nebenrolle kann den Hauptdarsteller gut in Szene setzen.  Warum sollte das nicht auch auf einem Foto möglich sein? Einfach mal ausprobieren! Ein unscheinbares (Neben-) Motiv wird in den Vordergrund gesetzt und das im Hintergrund liegende (Haupt-) Motiv zieht alle Blicke auf sich.

(klick macht gross)

Mindener Museum

Ich mag diese Art der Bildkomposition  und benutze sie gerne,  um z.B. Motive, die ich schon oft fotografiert habe, oder die ich etwas „langweilig“ finde, nochmal anders in Szene zu setzen. Dafür suche ich mir einen (untergeordneten) Antagonisten (das kann ein Zaun, Gestrüpp jeglicher Art, ein Pfahl, eine Kerze sein…..  – es gibt viele Möglichkeiten) und fokussiere darauf . Das eigentliche Hauptmotiv sollte dabei natürlich gut zu sehen sein. Am Schönsten sieht es aus, wenn man eine möglichst offene Blende benutzt, denn erst dann kann der Hintergrund in der Unschärfe versinken  und der Raum öffnet sich.

Mindener Dom

Der Blickfang des Bildes muss also nicht immer im Vordergrund liegen.
Vom Hintergrund in den Vordergrund (oder andersrum…)  – viel Spaß beim Ausprobieren!

Herzlichst
eure Christiane

Usedom, Seebrücke Ahlbeck

Usedom, Seebrücke Ahlbeck

 

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