Ein Weilchen Events Tier-lichkeiten

Horse & Dog Trail mit Holly und Amy


Ich habe ein Zervikalsyndrom mit Parästhesien im rechten Arm. So, meine Lieben, fangen große Dramen an. Dramen, in denen sich am Ende der legendäre Star-Violinist mit einem dicken Strickschal leidend in sein Sommerquartier zurückzieht und sich hysterische Fans kreischend und schluchzend in den Armen liegen, weil ein Konzert des Maestros abgesagt wurde. Ein Zervikalsyndrom bewirkt nämlich, dass z.B. Musiker ihr Instrument nicht mehr bedienen können (oder nur noch unter Schmerzen). Was machen? Man könnte zum Arzt gehen oder die ganze Sache erstmal aussitzen und hoffen, dass sie genauso schnell von allein verschwindet, wie sie gekommen ist. Zweiteres ist eine meiner Paradedisziplinen – nach zwei Wochen war allerdings auch mir klar, dass Wärmekissen und selbst ausgedachte Übungen nicht zielführend sind. Ich bekam die Unterstützung eines Physiotherapeuten verordnet.
Nun sprießen die Physiotherapie-Praxen ja zurzeit aus dem Boden, wie das Unkraut bei diesem feuchtwarmen Wetter aus dem Asphalt. Selbst in unserem klitzekleinen Dörfchen gibt es inzwischen eine ansässige Praxis. Aber das wäre ja nun wirklich zu einfach. Bei dem Angebot, muss man schon genauer schauen, wem man sich anvertraut – typisch Christiane…… Also befragte ich Google, schaute mir freundliche Gesichter und schöne Räumlichkeiten an und blieb bei Joana Riesner in Porta Westfalica – Hausberge hängen. Warum?  Unter anderem, weil mich dort „Amy“ anlachte. Amy ist eine Golden Retrieverhündin und die „treue Seele der Praxis“. Jaja, schon gut, ich weiß schon, was jetzt kommt…. jeder hat aber eben seine eigenen Prioritäten bei der Auswahl einer geeigneten Therapeutin. Und weil mir Joana sympathisch erschien und ich die Erfahrung gemacht habe, dass Hundemenschen gut miteinander warm werden, fiel mir die Entscheidung leicht!

Wie sich schnell herausstellte, war mein Bauchgefühl goldrichtig: Joana ist eine sehr nette, sanfte Therapeutin und Amy….? Amy gibt es wirklich. Tiefenentspannt liegt sie meistens im Büro. Erst, wenn ihr innerer Wecker Mittagszeit einläutet und damit ein Entspannungsgang für Frauchen und Herrchen fällig wird, setzt sie sich in Bewegung, um hinter einer Kindersicherung freundlich Ausschau zu halten und evtl. streichelwütigen Patienten wie mir, ihr weiches Fell anzubieten.
Und dass das Hundethema immer Gesprächsstoff bietet, sollte sich auch bewahrheiten; bald erfuhr ich, dass Joana nicht nur mit Amy intensiv Sport treibt, sondern auch mit ihrem Pferd „MH Sunnys Holly Chex“, kurz: Holly und zwar in einer besonderen Reitweise, dem Westernreiten.

Amy habe beim Training oft zugeschaut, war von Anfang an dabei, erzählte Joana und seit einem halben Jahr trainiere sie auch Hund und Pferd gemeinsam. Auch an Turnieren haben die drei schon teilgenommen und das nächste Horse & Dog Trail – Turnier sei am Sonntag.
Ein Anruf bei meiner Freundin und kurzentschlossen packten wir am Sonntag unsere Kameras und machten uns auf  den Weg zur HD-Ranch nach Haßbergen.

Ich erwartete Cowboys mit langen Lassos, Lagerfeuer, Grillfleisch, Countrymusik, Kuhherden, filterlose Zigaretten, besondere Outfits, vielleicht noch ein paar Wildpferde und hatte ein etwas mulmiges Gefühl, wie es wohl auf so einem Westernreitturnier zugehen würde. Die Realität beendete schnell mein wildes Kopfkino. Das einzige, was von alledem zutraf war die wunderschöne, oft farbenprächtige Bekleidung und Ausstattung von Reiterin und Pferd.



Nicht, dass ich enttäuscht war, im Gegenteil! Bei den Prüfungen handelte es sich um eine Art Geschicklichkeitsprüfung. Beim Trail wurden Übungen aus dem Alltag der Cowboys gezeigt. Hier sind vom  Reiter Gatter zu öffnen, imaginäre Brücken zu reiten und die Pferde rückwärts aus Gassen zu steuern.  Die Tiere mussten in verschiedenen Gangarten über einen Hindernisparkour von am Boden liegenden Stangen, ohne diese berühren zu dürfen und sich innerhalb eines Rechtecks auf der Stelle drehen.


Mit Pferd und Hund

Die Prüfung mit dem höchsten Unterhaltungswert war der anschließende Horse & Dog Trail. Schon allein die Reiter-Pferd-Hund-Kombinationen waren sehenswert.

Bei dieser Disziplin überwindet der Reiter mit seinem Pferd unterschiedliche Hindernisse und auch der Hund erhält seine Aufgaben. In der Regel läuft er dabei „bei Fuß“.

Hier ein paar Eindrücke vom Parkour mit Joana, Holly und Amy: (Klick macht groß)

Parkour abgehen und einprägen

ableinen

durch das Tor…..

…… anschließend der Hund

über die Hürde

der Hund wird abgelegt

rückwärts durch die Pylonen

Slalom


Klar, Amy hat ihre Sache bravourös gemeistert! Die anderen beiden natürlich auch 🙂  Es gab sogar eine Medaille und im Anschluß die verdiente Knuddelmassage und – nach so viel Konzentration – ausgelassenes Spiel.




An diesem Nachmittag hat mich wieder einmal sehr beeindruckt, was die intensive, sinnvolle Beschäftigung mit den Tieren bewirkt. Alle Teilnehmer traten als harmonisches Team auf, in dem man die starke Bindung zwischen Reiter, Pferd und Hund erleben konnte. Voller Selbstsicherheit und Vertrauen liefen die Hunde neben ihren großen Artgenossen her, – hoch aufmerksam,  um nicht das kleinste Signal ihrer Besitzer zu verpassen.

Ein wunderschöner Tag, mit sehr ausgeglichenen Tieren, ganz ohne Härte und laute Kommandos!

 

Herzlichst
eure Christiane

4 Comments

  • Reply
    Bettina
    August 5, 2017 at 9:24

    Super geschrieben, schön das unser tolles Hobby gefallen hat :-)…

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      August 5, 2017 at 10:21

      Ganz lieben Dank!
      Was mich ein bisschen gewundert hat, war, dass ich keinen einzigen männlichen Teilnehmer erlebt habe; ist vielleicht eher eine Frauendomäne?! Auf jeden Fall war es klasse anzuschauen!

  • Reply
    Joana
    August 3, 2017 at 19:51

    Super schön geschrieben, und tolle Fotos gemacht… Ich freue mich das euch der Nachmittag gefallen hat. Vielen lieben Dank dafür.

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      August 3, 2017 at 21:41

      O ja, das war ein unglaublich entspannter Urlaubs-Sonntag 🙂 Und Pferde hab ich dort auch zum ersten Mal hautnah erlebt. Ich wusste bisher nicht, dass es so sanfte und empfindsame Tiere sind. Ein tolles Hobby hast du! Viel Freude weiterhin mit den beiden….. und danke für die schönen Motive!

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