Ewigkeit Meine Heimat

Minden im Fokus, Teil 1

Jeder kennt das: im Urlaub läuft man sich die Hacken wund, um jede Sehenswürdigkeit unter Umständen aus 30 verschiedenen Perspektiven aufs Bild zu bekommen. Man bleibt an jeder schönen Laterne stehen, läuft und läuft und läuft, schaut auch mal nach oben oder macht sich zum „Frosch“, um schöne Erinnerungen an eine außergewöhnliche Stadt mit nach Hause zu bringen.

Hand aufs Herz:  wer hat Fotos von seiner Heimatstadt? Es muss gar nicht mal im Album zum Umblättern sein, ein digitales Album im Handy oder auf dem Rechner reicht doch auch. Wenn ihr nicht gerade leidenschaftliche Fotografen seid, vermute ich mal, soetwas haben die Wenigsten ? Und das ist doch eigentlich schade, oder? Denn durch den Blick der eigenen Kamera können selbst ganz vertraute Plätze völlig neu entdeckt werden. Ihr sitzt in eurem Lieblingscafe auf dem Marktplatz und lasst den Blick durch den Sucher schweifen; er lenkt euren Blick auf Details, die ihr vorher nie gesehen habt, garantiert! Oder ihr entdeckt Ecken eurer Stadt, denen ihr noch nie zuvor Aufmerksamkeit geschenkt habt. Eines ist in jedem Fall klar: es lohnt sich!

 

Bis vor kurzem hätte ich bergeweise Aufnahmen von „meinem“ Minden über euch ausschütten können. Ja, ich „hätte“, denn durch einen folgenschweren – ich nenne es mal – Computerunfall, sind die, so wie knapp 24000 andere Bilder alle weg.

Die bunten Graffiti-Kühe, die manche Mindener Fassade zieren, sind inzwischen so etwas wie inoffizielle Wahrzeichen geworden. Der Sprüher nennt sich „The Kuhl Kid“

Ein Fotobuch steht noch in meinem Schrank, das jedoch ersetzt nicht die vielen schönen Erinnerungen, die nun futsch sind. Nun werden es heute also nicht ganz so viele, ist ja vielleicht auch nicht schlecht 😉 Deswegen wird Minden bei mir in mehreren Teilen und wahrscheinlich auch unterschiedlichen Jahres – und Tageszeiten „angerichtet“.

Mindener Dom

Durchblick

Eines der Top-Wahrzeichen ist natürlich der Mindener Dom! Hier verbrachte ich übrigens viele Stunden meiner Jugend; und zwar übender Weise an der Orgel. Wenn man nicht das Geld und den Platz hat, sich Zuhause eine drei manualige Kirchenorgel aufzustellen und trotzdem den Wunsch verspürt, dieses wahrlich königliche Instrument zu erlernen, muss man eben jeden Tag zum Ort der Begierde radeln, sich beim Küster (wenn er dann Zuhause ist) den Schlüssel abholen und fleißig üben (und kann ganz nebenbei noch die Kirchenbesucher mit mehr oder weniger wohlklingenden Tönen „erfreuen“ –  von nix kommt nix….)


   

Wenn man vom Marktplatz aus die Martinitreppe hoch läuft, gelangt man, vorbei am Mindener Buttjer, über den Martinikirchhof  in die obere Altstadt.


Mindener Buttjer

 

Seit 2016 gibt es in der oberen Altstadt, inmitten verwinkelter Gassen und krummer Fachwerkhäuser ein ganz besonderes Viertel, dessen Charme sich wohl kaum jemand entziehen kann, der einmal hindurchgeschlendert ist:

Das Schnurrviertel

Rund um den Friedensplatz, vorbei am englischen Laden und der Museumszeile gibt es in den kleinen Straßen und Gassen der Altstadt vieles zu entdecken. Dieser Gegend, die früher als „arme Leute Viertel“ bekannt war, wohnt heute ein gewisser Zauber inne.

 

Alte Münze

 

Mindener Museumszeile





Die Menschen, die dort leben, haben es sich zur Aufgabe gemacht Altes neu zu erfinden, aus Wenig etwas ganz Besonderes zu machen, um sich und anderen Freude zu bereiten oder die Besucher zum Staunen zu bringen.





Oscar in der Tonne

Die Stadthühner Wischmopp (unten) und Hummel (oben) gehören mittlerweile wohl zu den attraktivsten Fotomotiven des Schnurrviertels und haben die herkömmlichen Sehenswürdigkeiten in der Beliebtheit der Knipser weit hinter sich gelassen. Die beiden machen täglich zur gleichen Zeit ausgedehnte Spaziergänge durch die Gassen des Schnurrviertels.

 

 

Das war für heute ein ganz kleiner Einblick in das schöne Weserstädtchen. Es gibt noch viele Plätze und Orte in Minden für mich zu entdecken; auch solche, die außerhalb meiner üblichen Marschroute liegen. Ich werde mir in der kommenden Zeit immer mal wieder vornehmen, sie zu besuchen!

Alles Liebe
eure Christiane

6 Comments

  • Reply
    Evelyn Schumacher
    September 15, 2018 at 13:31

    Danke für die schönen Aufnahmen, ich bin in die Bürgerschule gegangen und erinnere mich noch gut daran. Schade das die
    Innenstadt gerade an meiner ehemaligen Schule etwas herunter gekommen ist.

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      September 15, 2018 at 22:47

      Leider kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es früher dort ausgesehen hat.
      Was ich unbedingt noch einmal machen möchte, ist ein geführter Rundgang durch die Altstadt mit der Nachtwächterin. Dabei kann man sicher noch viel über Mindens Geschichte erfahren.

      Liebe Grüße
      Christiane

  • Reply
    Kai
    Oktober 8, 2017 at 22:41

    Oh, vielen Dank, dass ich mitkommen durfte auf die kleine virtuelle Reise nach Minden. Fast ein Jahr habe ich hier gelebt, in der Marienstraße nah an der Schleuse. Die Zeit, wenn auch schon lange her, bleibt unvergessen. Und ich Porta Westfalica steht mein absolutes Lieblingsdenkmal. Bei jeder Gelegenheit, die sich bietet in der Nähe zu sein, ist der Besuch des Kaisers mein ganz besonderes Anliegen.
    Liebe Grüße
    Kai

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      Oktober 9, 2017 at 8:12

      Lieber Kai,
      dann würden wir uns gut verstehen; ich kann mich da oben stundenlang aufhalten. Momentan gibt es dort allerdings eine Dauerbaustelle- Wilhelm mit Kränen und Dixiklo ist nicht so mein Ding 😉

      Liebe Grüße in den Norden
      Christiane

  • Reply
    Julia
    September 26, 2017 at 23:16

    Total schöne Aufnahmen, mit einem besonderen Blick fürs Detail! Hier schaue ich gerne wieder vorbei….
    Liebe Grüße
    Julia

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      September 27, 2017 at 10:02

      Vielen Dank; das freut mich sehr! 🙂

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