Augenblicke Ein Weilchen Ewigkeit Fotoeintopf

Meine Fuji X-T2

Ich werde in letzter Zeit öfter mal gefragt, mit was für einer Kamera ich fotografiere und, warum. Natürlich gebe ich immer total gern Auskunft, merke nur, dass ich gar nicht alles so schnell in Worte fassen kann, eine Menge vergesse, was mir wichtig wäre zu sagen und nie so ganz „auf den Punkt“ komme.
Obwohl ich hier nie über Technik schreiben wollte – zumindest nichts über Zahlen und Werte- (das überlasse ich anderen, die es besser können) möchte ich einmal ausführlich beschreiben, was mich an meiner Kamera beeindruckt und warum sie genau die Richtige für mich ist.

Vorweg sei gesagt, dass ich vor fast sechs Jahren keinen blassen Schimmer von Fotografie hatte! Die analoge Kamera, die ich zu meiner Erstkommunion geschenkt bekam – ich weiß nicht einmal mehr die Marke- konnte ich nie bedienen. Es  konnte mir auch niemand zeigen und ich verlor ziemlich schnell die Lust daran, da vollkommen fehl belichtete und unscharfe Bilder in der Entwicklung dann schnell zu teuer für mein Taschengeld wurden. Aus lauter Frust habe ich die Kamera irgendwann verschenkt.
Aber die Liebe zu schönen Bildern ist seither immer geblieben!
Das Schicksal schickte mir Claus, dessen große Euphorie fürs Fotografieren und dessen fantastische Bilder mich sofort sehr beeindruckten. Nachdem sich über die Musik eine sehr nette Freundschaft ergab, fasste ich mir ein Herz und fragte, ob er mich bei der Auswahl einer für mich geeigneten Kamera beraten könne. In der für Claus typischen bescheidenen und geduldigen Art  bekam ich ein langes, sehr  verständliches privates Tutorial über alles, was für mich zu dem Zeitpunkt wichtig zu wissen war. Ich durfte mehrere Kameramodelle in die Hand nehmen und ausprobieren. Es gab nichts, was mir  aufgeschwatzt wurde (wie es wahrscheinlich in einem Fotoladen der Fall gewesen wäre), entscheiden musste/sollte ich selber. Es folgten noch weitere Beratungen zu Bildbearbeitung und Handhabung der „Auserwählten“ und Tipps, wo ich mich schlau machen könnte. Die Begeisterung die mir entgegenkam war einmalig und vollkommen überwältigend.  Ich bin sehr dankbar, denn ohne diese Unterstützung wäre meine Leidenschaft sicher immer noch ein Traum und ich wäre in einem Fotogeschäft an einem Modell hängen geblieben, was zufällig gerade im Laden stand und mit dem ich letztlich nicht gut klar gekommen wäre.

Meine Entscheidung fiel damals auf die Fuji XE1,  und zwar vollkommen intuitiv. Es war von Anfang an ein gutes Gefühl, sie in der Hand zu halten und alles, was ich über sie gehört hatte, passte! Die Fuji XE1 ist mir bis heute  sehr lieb! Sie ist eine spiegellose Systemkamera und dadurch klein und leicht und passt in fast jede Handtasche; wenn ich sie vors Gesicht halte bekommt mein Gegenüber keine Panik. Ich mag diese Kamera und habe sie auch heute noch sehr oft einfach so dabei, auch wenn ich nicht vorhabe zu fotografieren und ich werde sie niemals weggeben! Das ist irgendwie Ehrensache. Auch wenn man zu so einem „Gerät“ eigentlich keine emotionale Beziehung aufbauen kann – es ist eine große Vertrautheit entstanden.
Zwei Jahre später Jahre kam noch die Fuji XT1 hinzu…..

Vor einem halben Jahr schaffte ich mir den aktuellsten Kamerabody, die Fuji X-T2 an. Alles, was ich über sie gelesen hatte, reizte mich so sehr, dass ich mich dafür entschied. Auch die X-T2 ist eine spiegellose Systemkamera und ihr X-Trans CMOS Sonsor mit 24,3 Megapixeln sorgt zusammen mit den hervorragenden Fujinon Objektiven für farbenprächtige und brillante Bilder.

Fotografieren ist für mich unter anderem auch eine sehr emotionale Angelegenheit. Auf Reisen und in vielen anderen Situationen genieße ich den Moment, bevor ich mich entscheide zu fotografieren und ihn damit für mich festzuhalten. Daher weiß ich es mittlerweile zu schätzen, dass die Kamera genau das hat, was ich mir wünsche. Sie fühlt sich gut an, ist nicht zu groß oder zu schwer und sie wirkt sehr elegant – und damit inspiriert sie mich.

Da ich gern bei Konzerten fotografiere, ist es toll, dass man sie beim Auslösen fast nicht hört. Das leise Klicken ist so dezent, dass es wirklich niemanden stört.

Ich mag besonders die mechanischen Wahlräder! Belichtung, Verschlusszeit, Belichtungsmessung und bei der XT2 nun auch der ISO-Wert lassen sich über Wahlräder nahezu blind bedienen und schnell ändern! Wenn sich die Gelegenheit ergab mit anderen Kameras zu fotografieren, habe ich gemerkt, dass ich eben kein „Menü-Mensch“ bin und lieber an Rädchen herumdrehe. Mühsam im Menü nach Einstellungsänderungen zu suchen, ist einfach nicht meins.
Es gibt mittlerweile kaum eine Gelegenheit, in der ich die Einstellungen dem Zufall oder der Kamera überlasse, außer in Situationen, bei denen es sehr schnell gehen muss. Dann greife ich gerne auf die  ISO- oder Verschlusszeit -Automatik zurück. Das kommt aber selten vor.
Durch den Vorteil, im Sucher die endgültige Belichtung schon vorher sehen zu können, habe ich ganz nebenbei ein gutes Gespür für Zeiten, Belichtung, ISO usw. bekommen und würde mir mittlerweile sogar zutrauen eine analoge Kamera zu bedienen, ohne zuviel Müll zu produzieren.
Es kann natürlich vorkommen, dass man durch irgendeinen blöden Zufall auf Knöpfe kommt, durch die sich die Einstellungen der Kamera verändern. Dafür ist es gut, sich in der tief verschachtelten Menüstruktur der Kamera auszukennen. Trotzdem verstecken sich manche Funktionen immer wieder beharrlich vor mir.

Apropos Sucher: der elektronische Sucher der XT2 ist eine Wucht! Eine Kinoleinwand ist nichts dagegen 😉 Selbst bei sich schnell bewegenden Motiven (ich fotografiere gerne beim Hundesport) wird alles ohne Zeitverzögerung dargestellt. Es zittert und flimmert nichts, selbst bei zügigem Kameraschwenk nicht.

Und damit komme ich gleich zum nächsten Punkt, den ich ganz fantastisch finde: der schnelle Autofocus! Der ist nun auch für meine Hundesportfotografie (und natürlich auch für jede andere Art von Sport) geeignet – er ist wirklich schnell, so schnell und flüssig, dass ich es beim ersten Ausprobieren auf dem Hundeplatz selber kaum glauben konnte. Der Verfolger – Autofocus leistet hier natürlich gute Unterstützung.

Hier ein paar Beispielbilder. Ich denke, man sieht, wie schnell die Tiere durch den Parkour rennen.

Wende – Fuji X-T2 XF 90mmF2R LM WR 1/1000sec f/8,0 ISO 200

Über die Hürde – Fuji X-T2 XF 90mmF2R LM WR 1/1000sec f8,0 ISO 200

Auch Unfälle werden im Bruchteil einer Sekunde festgehalten – Fuji X-T2 XF90mmF2R LM WR 1/1000sec f/2,8 ISO200

Durch den Reifen – Fuji X-T2 XF90mmF2R LM WR 1/1000sec f2,2 ISO200

Durch den Tunnel – Fufi X-T2 XF90mmF2R LM WR 1/1000sec f/4,0 ISO200

Eine richtig tolle Neuerung, an die ich mich gar nicht lange gewöhnen musste, (im Gegenteil – schon nach ein paar Tagen suchte ich auf meiner X-E1 nach diesem Knöpfchen) ist der Joystick (Focushebel), mit dem das Autofocusfeld während des Fotografierens an eine beliebige Stelle des Bildes gebracht werden kann.
Viele Fotografen fokussieren manuell, d.h. die Schärfe des Bildes ist dort, wo der Fotograf sie haben möchte. In manchen Situationen schwöre auch ich darauf und hier bietet die X-T2 auch gute Hilfen (z.B. Focus – Peaking) . Aber wenn Bewegung im Spiel ist hilft der Autofocus eben sehr und oft / meistens habe ich auch einfach keine Lust auf manuell. Das Schwenken der Kamera nach dem Focussieren ist, durch die Möglichkeit mit dem Joystick den Focus – Punkt unglaublich fix verstellen zu können, nun nicht mehr nötig; gerade auch bei Aufnahmen mit Offenblende ein großer Vorteil!

Blick in den Flügel – Fuji X-T2 XF23mmF1.4R 1/125sec f/5,6 ISO12800

Zu all diesen positiven Eindrücken gesellt sich noch die hohe Isoempfindlichkeit, Fotografieren in lichtschummrigen Kirchenräumen z.B. macht nun deutlich mehr Spaß als zuvor.
Außerdem bietet die Kamera zwei Kartenslots, die natürlich eine unendliche Beruhigung sind. Speicherkarten sind normalerweise zuverlässig. Doch sollte wirklich mal eine defekt sein, bedeutet das unwiderbringliche Momentaufnahmen.
Es gibt noch weitere tolle Features, die zu erwähnen wichtig wären, wie z.B. der Spritzwasserschutz und das klapp – oder schwenkbare Display, das ich allerdings nicht sehr oft nutze. Da ich ein kleiner Krümel bin, setze ich es ein, wenn ich mal über die Köpfe anderer Personen ein Bild machen möchte – das kommt nicht oft vor, aber wenn, dann bin ich froh, dass ich die Möglichkeit habe. In der Froschperspektive habe ich es bisher noch nicht gebraucht – aber wer weiß….

Zum Abschluss

Mit der X-T2 brauche ich kein Vollformat. Mit ihrem Halbformat-Sensor bin ich vollkommen zufrieden. Mir ist die Kamera sehr ans Herz gewachsen, ebenso die wunderbaren Objektive. Ich nutze derzeit fünf Objektive, das  XF 14mm F2.8R, XF 23mm F1.4R, XF 35mm F1.4R, XF60mm F2.4R, und das XF 90mm F2 R LM WR und komme damit in allen Situationen bestens zurecht.
Die Bilder, die ich sehe (ich meine vor allem die der Profifotografen) überzeugen mich total! Sie werden eigentlich nur von den Fotos der Leicafotografen übertroffen, dessen Bilder dieses unverwechselbare Charisma haben, das ich so sehr mag (- wahrscheinlich bedingt durch die wahnsinnig wertigen Objektive). Aber darauf müsste ich noch ein paar Jahrzehnte sparen. Doch das „erzähle“ ich meiner Fuji nicht 😉 denn sie leistet erstklassige Dienste und es gibt ja auch noch andere schöne Dinge im Leben, die man sich gerne gönnen möchte.  🙂

 

 

Rose im Schnee

 

 

2 Comments

  • Reply
    Julia
    Februar 6, 2018 at 20:08

    Hallo Christiane,
    Ich lese deine Berichte immer wieder gern und mit diesem Beitrag sprichst du mir aus dem Herzen. Ich fotografiere mit der X-T1 und bin auch vollkommen begeistert.
    Bei welchen Gelegenheiten fotografierst du manuell? Ich bin meistens zu faul dazu und habe das Gefühl, ich kann nicht so schnell scharf stellen, wie ich es manchmal bräuchte.
    Liebe Grüße
    Julia

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      Februar 6, 2018 at 21:33

      Hallo Julia,
      ich fokussiere manuell oft bei Macroaufnahmen oder gern bei Portraits. Hier gibt es bei der X-T1 auch tolle unterstützende Funktionen. Du findest sie im Aufnahmemenü, Seite 4 unter „MF-Assistent“. Hier gibt es drei Funktionen: „Standart“, „Digitales Schnittbild“ oder „Max. Glanzlicht Focus“, was man auch als Fokus-Peaking kennt. Alles,was bestmöglich scharf gestellt ist, wird weiß, rot oder blau (kannst du auswählen) markiert. Gerade Letzteres empfinde ich als tolle Hilfe; da kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Ansonsten musste ich auch viel üben; aber es lohnt sich!
      Ganz viel Freude weiterhin mit deiner Kamera!
      Liebe Grüße
      Christiane

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