Fotoeintopf Natur-lichkeiten

Voll in die Sonne

 

In einen Eintopf kommt ja bekanntlich gerne alles, was so an brauchbaren Resten vergangener Tage übrig geblieben ist. Er ist also ein wunderbarer Resteverwertungs-Topf, in den auf dieser Seite Fotos hinein kommen, die nicht an einem Ort entstanden sind, sondern zu einem Thema passen.

Schon als Kind malte ich in meine Bilder immer eine Sonne – ohne Sonne war das Bild nicht gut! Und manchmal empfinde ich das auch heute beim Fotografieren noch so, denn entgegen der Regel „beim Fotografieren immer die Sonne im Rücken“  haben sich bei mir viele Fotos angesammelt, auf denen es genau so eben nicht ist. Gegenlicht macht die Bilder doch irgendwie spannender und natürlicher.  Manchmal wirkt Gegenlicht auch magisch.

Traunsee im Abendlicht

 

Die schönste Zeit um zu fotografieren ist für mich bei schönem Wetter der Sonnenaufgang und der Sonnenuntergang, sowie die Zeit kurz davor und kurz danach. Über die blaue- und die goldenen Stunde habe ich hier schon mal etwas gezeigt.
Die tief stehende Sonne, die morgens oder abends am Horizont steht und dem  Himmel faszinierende Farben verleiht macht solche Bilder einzigartig und stimmungsvoll. Lange Schatten geben den Fotos Tiefe und Portraits und Landschaftsfotos können in dieser Zeit besonders zauberhaft aussehen.

Sonnenaufgang am Strand von Bansin

 

Hier wurde NICHT an der Sättigung gedreht; dieser Morgen (oben) und dieser Abend (unten) im Usedomer Herbst waren so unglaublich farbintensiv!

Späte „blaue Stunde“ nach Sonnenuntergang am Ahlbecker Strand

 

Zauberlichtverrückt

Die Sonne kann Landschaften, Gebäude, Tiere, selbst leicht bedrohlich wirkende Strommasten, Kraftwerke, Hochhäuser etc. in ein wahres Zauberlicht tauchen.
Ich mag die scharfen Kontraste, die  entstehen, die Silhouetten, Sonnensterne  und das weiche Licht, was immer etwas Träumerisches mit sich bringt. Bei diesem Licht sieht die Welt einfach ein bisschen freundlicher aus als sonst.  Das Gegenlicht lässt Nebel leuchten, Tau glitzern und die Landschaft leuchtet golden.

Umspannwerk in Möllbergen

 

Porta Westfalica in den Morgenstunden

 

Garten im Herbst

 

Portrait im warmen Abendlicht

 

Es kann durchaus herausfordernd sein, direkt in die Sonne zu fotografieren, denn der Dynamikumfang der Kamera wird strapaziert: die Farben werden blass, Höhen und Tiefen leiden. Auf keinen Fall sollte man sich bei Gegenlichtaufnahmen auf die Automatikfunktion der Kamera verlassen, sondern den manuellen Modus benutzen. Ich belichte meist auf die Bereiche um die Sonne herum. Dabei liegen dann oft viele Bildanteile im tiefen Schatten, was ich selber gar nicht schlimm finde. Wenn es mir nicht gefällt, helle ich diese Bereiche später auf, aber auch sehr dunkle, schwarze Bereiche finde ich im kontrastreichen Gegenlicht legitim. Außerdem schadet es nicht, wenn man mit einer lichtstärkeren Festbrennweite unterwegs ist; spätestens zur blauen Stunde dann ein Muss, damit die Stimmung einigermaßen athmosphärisch und scharf eingefangen werden kann. Auf ein Stativ konnte ich bei all diesen Aufnahmen dadurch gut verzichten.

Wittekindsberg Porta Westfalica

 

Welches Objektiv?

Unterschiedliche Objektive erzeugen unterschiedliche Lichtstimmungen. Während das eine schöne Sonnensterne entstehen lässt, kann das andere verträumte Lensflares zaubern. Lensflares (Blendenflecken) liebt man oder man hasst sie, manche finden sie störend. Ich finde sie, dezent eingesetzt, einfach klasse; aber das ist natürlich Geschmackssache. Möchte man die Weite der Landschaft und des Himmels unterstreichen, benutzt man das Weitwinkelobjektiv. Soll dagegen die Sonne selbst das Hauptmotiv sein, ist ein Teleobjektiv die richtige Wahl; dadurch intensivieren sich natürlich die Farben, wie man an einigen Bildern unten gut sieht.

kamerageile Möwe am Strand von Heringsdorf

 

Mittagssonne auf dem Loser (Oberösterreich)

 

Nun ist es also kein Geheimnis mehr, ich bin sonnenuntergangssüchtig; einige nennen es Kitsch, mich machen solche Aufnahmen glücklich. Eigentlich liebe ich Sonnenaufgänge noch viel mehr, doch dafür müsste ich früher aufstehen und das gelingt mir  nicht immer. Am vergangenen Wochenende jedoch habe ich mich – dank meines kleinen Foto-Fetisches um halb fünf aus dem Bett gequält, um auf unseren Hausberg zu kraxeln. Es gab leider keinen besonders dramatischen Himmel, aber immerhin einen stolzen Kaiser und eine aufgehende Sonne ❣

Alles Liebe
eure Christiane

 

 

 

2 Comments

  • Reply
    Kai
    Mai 14, 2018 at 20:46

    oh, mal wieder mein Lieblingsdenkmal. Sind die Kräne mittlerweile verschwunden? Ja, Regeln- sie sind manchmal dazu da, gebrochen zu werden. Und gerade Gegenlichtaufnahmen, vor allem in der Reportagefotografie, können einem Bild eine Wahnsinns-Dramatik verleihen. Sonne im Rücken, das kenne ich eigentlich nur als Empfehlung für die Polaroids, weil sonst die Filmchemie überfordert ist. Ich drehe mich beim Fotografieren oft um die eigene Achse und suche für mich die beste Farbstimmung aus und passt diese nicht mit meinem Motiv überein, wechsele ich den Standort.
    Vielleicht wäre für Dich einmal der Besuch des Nordkaps richtig, die Sonne, so denn es schönes Wetter ist, geht einfach nicht unter, noch nicht einmal im Norden. Und doch verändern sich immer glanzvoll die Farben und die Stimmungen, Kurioserweise sehen dann die Bilder dunkler aus als wir es in der Realität dort empfunden haben.

    ein ganz anderes Experiment habe ich vor Jahren einmal gemacht, allerdings ist es für die Augen auch durchaus gefährlich. Ich habe zwei Polfilter übereinander gesetzt und gegeneinander gedreht. Aus der Sonne wird ein Vollmond und die angestrahlten Wolken erstrahlen in einem mystischen blauweiss.
    Liebe Grüße ins schöne Weserbergland.
    Kai

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      Mai 15, 2018 at 11:50

      Ja, das Kap des Nordens ist schon seit Langem ein Reisetraum von mir: Naturwunder am laufenden Band….. mal sehen 🙂

      Dein Experiment ist spannend, ich selber besitze nur ein Polfilter und kann da nicht mitreden. Dass man bei 2 Filtern irgendwann mal gar nichts mehr sieht, kann ich mir noch erklären. Habe mal von jemandem gelesen, der bei völliger Lichtundurchlässigkeit noch ein drittes Filter davor gesetzt hat, so dass es wieder hell wurde (??? – Physik war noch nie meine Stärke 😉 )

      Den Wilhelm gibt´s inzwischen wieder ohne Kräne, aber es wird noch ordentlich gebaut. Anfang Juli ist dann Neueröffnung.

      Liebe Grüße
      Christiane

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