Augenblicke Emotionen Ewigkeit Tier-lichkeiten

Drei Tage, vier Füße und zwölf Pfoten

Es ist mal wieder dringend Zeit für einen neuen Hunde-Beitrag, wie ich finde (zudem garantiert datenschutzkonform, denn laut einhelliger juristischer Auffassung haben Tiere (noch) kein Recht auf Privatsphäre 😉  ).

Was bietet sich da mehr an, als eine Zeit, in der man gleich für mehrere Tage zwei ganz außergewöhnliche Hunde im eigenen Haus zu Gast hat? Eine gute Freundin hat sie uns anvertraut, weil sie sie auf ihrer kleinen Reise nicht mitnehmen konnte. Unsere drei Hunde kennen sich schon einige Jahre und verstehen sich prächtig.

Für mich war das eine Zeit, in der ich ausschließlich im hier und jetzt verweilen konnte. Egal, was vielleicht noch wichtig gewesen wäre, was man sich für die Tage sonst noch hätte vornehmen wollen oder ursprünglich an Terminen anstand: an diesen Tagen lebte ich in der Gegenwart und kostete aus, was gerade schön war.
Bei allen Hunden, die ich in meinem Leben bisher kennen lernen durfte, konnte ich eine Gemeinsamkeit feststellen, die sie allesamt verband und die sie uns Menschen voraus haben:

Die beste Zeit ist immer JETZT!

kommt ein Leckerli geflogen

Viel zu oft schon habe ich etwas auf morgen oder übermorgen oder nächstes Jahr verschoben. Und irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich dachte: ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt. Dann wird „früher“ unglaublich wichtig und „morgen“ völlig unbedeutend.  Unsere Hunde warten nicht auf den Punkt; sie leben jeden Moment ihres Lebens im JETZT, denn das ist alles, was wirklich zählt.

Und ich habe sie sehr genossen, die Zeit mit den drei Fellnasen, die unterschiedlicher nicht sein könnten!
Jeder von ihnen einzigartig, individuell und besonders. Keiner gleicht dem anderen. Und das macht sie so unverwechselbar und auf ihre Art perfekt.

Hier kommt Leni

Schaut man in ihr Gesicht und lässt es eine kurze Zeit auf sich wirken, fragt man sich: was zeichnet Leni aus, was könnte sie für einen Charakter haben?
Leni ist so eine, die ist schwer aus der Reserve zu locken. Kamen wir ihr mit unserer Kamera zu nahe, setzte sie ihr Pokerface auf. Würde man sie „Ulknudel“ nennen, würde man sie beleidigen! Sie ist irgendwie ein bisschen wie ich und deswegen mag ich sie so. Sie geht gerne ihrer eigenen Wege und ist immer etwas etepetete. Ja, sie ist auch sehr verfressen und wenn gar nichts mehr geht, dann geht – vielleicht – ein Leckerchen. Ihr Frauchen sagt, sie sei eine Katze im Hundefell. Ein Eselchen ist auch durchgekreuzt wie ich finde, denn sie ist so unglaublich stur, dass man bisweilen meint, sie sei taub.

Andererseits ist sie eine Hündin, die jederzeit überall untergebracht werden kann. Man merkt sie gar nicht; meistens liegt sie an einem Platz, an dem man sich selber gerade nicht aufhält. Ist sie im Haus, ist sie unkompliziert und autark. Ein wirklich selbstbewusster Hund mit Würde. Leni ist perfekt, genau so, wie sie eben ist. Schön, dass sie so bleiben darf die kleine Leni (die mittlerweile schon zehn Jahre alt ist) und sie niemals an jemanden geraten ist, der ihren großen Stolz mit Gewalt gebrochen hat.

Darf ich vorstellen: Fiete

Charming boy

Fiete ist der Richard Gere unter den Hunderüden: je älter er wird, desto interessanter wird sein Aussehen. Ich finde ihn wunderschön mit seinem, in allen rotgoldenen Farbnuancen schimmernden Fell und der interessanten Zeichnung im Hundegesicht.

Ansonsten hat er soviel mit Richard Gere gemeinsam, wie ein Eisbär mit einem Kuscheltier. Er ist nämlich ein wahrer Abenteurer / Naturbursche. Am glücklichsten ist er, wenn er in freier Natur unterwegs sein darf, einfach losrennen, gerne durch den Wald, über Baumstämme kraxeln, im Unterholz schnüffeln und hin und wieder mal einen Schatz finden, – das ist Fiete. Ja, er ist ein Schatzsucher; als er gestern bei uns ankam, stöberte er sofort durch den Garten und brachte innerhalb der ersten zehn Minuten gleich drei, seit Jahren verloren geglaubte Hundespielzeuge an. Unglaublich, oder?

Wenn er morgens durch alle Zimmer patrouilliert und schaut, ob auch alles in Ordnung ist, erinnert er mich an einen der Offiziere der Londoner Queens-Guard. Auf ihn ist Verlass, er würde jede kleinste Veränderung sofort anzeigen.

Mit  seinen großen kugelrunden Augen erobert er alle Herzen im Sturm: meine Liebe sprüht Funken, wenn mich dieses Fellknäuel aus seinen schwarzen Augen von unten anschmachtet. Im Gegensatz zu Leni hat er ein großes Kuschelbedürfnis, was ihn zu einem wahren Herzensbrecher macht. Wie ein Schatten ist er immer an der Seite seines Menschen.

Emma – meine große Liebe ❣

 

Balljunkie

Und dann ist da natürlich noch unsere Emma. Der eifrige Leser kennt sie bereits aus einigen anderen Beiträgen. Emma hat sich von der ersten Minute an in unser Herz gestohlen. Als 17 Wochen junger Welpe, bereits in vier verschiedenen Familien untergebracht, hat sie dann bei uns ihre endgültige Heimat gefunden.

Emma würde ich als eine Art „Disney-Hund“ bezeichnen. Man könnte mit ihr einen Trickfilm drehen, wenn sie Schmetterlingen hinterher läuft und dabei vollkommen entzückt und weltvergessen gegen den nächsten Laternenpfahl läuft. Sie ist ein sehr rücksichtsvoller Hund, der seinen Menschen lesen kann und niemals aufdringlich wird. Mit ihrer liebenswürdigen, drolligen Art und ihrem sehr vorsichtigem Wesen erobert sie jedes Herz. Selbst hundeängstliche Menschen möchten sie nach einer kurzen Kennenlernzeit am liebsten adoptieren.
Ich liebe diese Hündin und die guten Gefühle, die sie in die Welt streut!

In den letzten zwei Tagen hatte ich mal wieder die wunderbare Möglichkeit, die kleine Hundwelt um mich herum, die Schönheit, die ich in ihr sehe und die mich bewegt, mit meiner Kamera einzufangen. In meinen Beobachtungen etwas zu erschaffen, was ganz und gar meins ist.
Dafür liebe ich die Fotografie!

Alles Liebe
eure Christiane

PS: Ich würde wirklich zu gerne damit angeben, dass alle Fotos in diesem Beitrag aus meiner Kamera stammen. Steffi hat auch fotografiert und sie freut sich ganz bestimmt, wenn ich ihr die wohl verdiente Anerkennung dafür gebe 🙂

 

2 Comments

  • Reply
    Kai
    Juli 1, 2018 at 17:37

    Die sind doch alle gleich: Erpresser sind das- emotionale Erpresser. Sie verfolgen einen förmlich mit ihren Blicken und sie können so richtig stalken. Oh ja, und sie haben es raus, dass sie mit dieser Tour genau das bekommen, was sie wollen.
    Ja, so viele schöne Momente, wie diese Kreaturen schenken, kann man gar nicht fotografisch einfangen. Wölfchen, Samtmaul, Weichmaul, Blondvieh, Pfotenviech, Tatzentier…. egal, welche Bezeichnung mir mal wieder einfällt, missen möchte ich ihn keinen Moment, Und so kommt er überall mit auf Reisen, fühlt sich im Bulli schließlich am wohlsten. Und jeden Tag zeigt er mir, wie Kommunikation funktioniert und Empathie. Irgendwann wird der Abschied richtig weh tun. aber bis dahin bin ich dankbar für jeden Moment.

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      Juli 1, 2018 at 20:40

      Ich merke, da spricht ein Hundemensch 😉
      Deinen Worten werden alle Hundemenschen zustimmen. Die Zeit mit unseren Vierbeinern ist so kurz, lasst uns jede glückliche Minute mit ihnen genießen!

      Liebe Grüße
      Christiane

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