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I´m back again (zumindest so halb)

Nun bin ich wohl wieder da; acht Monate Sendepause. Ein Unfall im September hat mich richtig aus den Latschen gehauen. Seitdem ging es bis April stetig bergab.
In dieser Zeit habe ich so gut wie gar nicht fotografiert. Zum einen brauchte ich beide Hände, um mich einigermaßen auf den Beinen halten zu können, zum anderen hat sich die Frustration über meinen körperlichen Zustand spürbar auf meine Kreativität ausgewirkt.

Nun ist es nicht so, als wäre hier unterdessen nichts passiert: eine große Musikschulaufführung (über die man hier und hier lesen, bzw. schauen kann), die Geburt einer allerliebsten Großnichte, ein Krankenhausaufenthalt in Hamburg mit anschließender Reha, in der ich eine sehr liebe Bekanntschaft machen durfte und vier elf Wochen junge Pfoten, die kurz vor Ostern in unser Leben getapst sind.

Wo ist denn eigentlich die Zeit geblieben? Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich mit meinem damals vierjährigen Neffen Hand in Hand durch die kleinen Mindener Altstadtgassen schlenderte, immer Ausschau haltend nach großen Müllfahrzeugen. Kam keines vorbei, konnte es ein sehr langer Ausflug werden, denn nichts in der Welt brachte ihn davon ab, eines der damals noch orangefarbigen Riesenautos sehen zu wollen. Manchmal saßen wir so stundenlang auf dem sommerwarmen Mindener Kopfsteinpflaster und harrten der Dinge (die nicht kamen). Solange, bis auch er davon überzeugt war, dass die starken Männer von der Stadt sicher schon beim wohlverdienten Abendbrot saßen. Einen starken Willen hatte er immer schon und ….. eine Vorliebe für Technik.
Dann vor drei Jahren die Hochzeit und im vergangenen März erblickte die kleine Jule das Licht der Welt.

Hochzeit im April 2016
Jule, 4 Wochen alt


Für mich ist es einfach wunderschön zu beobachten, wie geliebt und geborgen die kleine Maus ihr Leben starten darf und wie sehr sie das Leben ihrer Eltern bereichert!

Jule, 4 Monate

Und wie war´s in Hamburg so? Super!
Hört sich schon komisch an, wenn man bedenkt, dass ich eine große Knie-OP hatte. Aber……. ich kann keine treffendere Antwort geben!

Meine Kamera hatte ich natürlich auch dabei. Keine Ahnung, was ich mir im Vorfeld so gedacht hatte? Zwei Tage nach der OP über die Reeperbahn zu spazieren (die direkt nebenan war), oder eine Führung durch die Elphi zu machen – auf einem Bein hüpfend? Naja, mein Hirn war vor der Abreise nach HH sicher nicht mehr so ganz gebrauchstüchtig, hatte ich doch ordentlich Respekt (oder sollte ich es besser Panik nennen) vor allem, was mir bevor stand. Das war jedoch komplett unbegründet. Es ist etwas anderes, sich in eine Spezialklinik, die nur geplante OP´s durchführt, zu begeben, als in ein Akutkrankenhaus, in dem man an allen Ecken den Personalmangel und die Hektik spürt. Die ganze Klinik erinnerte mich ein wenig an ein gut geführtes Hotel. Super gut durchorganisiert, sauber und jeder, von der Dame, die die Essenswünsche entgegen nahm, über die Putzkräfte, das Pflegepersonal, die Physiotherapeuten bis zu den Ärzten waren alle sehr freundlich, zuvorkommend und nur auf das Wohl der Patienten bedacht.

Außerdem hatte ich einen Fensterplatz im Obergeschoss des Klinikgebäudes mit einem traumhaften Blick über die Dächer der Hamburger City. Besonders Nachts wunderschön anzusehen. Ja, die Nächte waren fast alle schlaflos, denn schmerzfrei ging die Sache leider nicht vonstatten. Und direkt am ersten Abend nach der OP gab es auf dem Hamburger Dom (Kirmes) ein tolles Feuerwerk – und ich hatte den Logenplatz. Natürlich habe ich zur Kamera gegriffen und vom Bett aus, ohne Stativ und durch eine durch Großstadtregen verdreckte Scheibe ein Foto gemacht. Ja, ich kann Feuerwerk besser fotografieren, aber für mich zur Erinnerung (dieser Blog ist nämlich für mich auch so eine Art „Fototagebuch“) stelle ich dieses Foto hier trotzdem ein, auch wenn es mit einem Handy sicher fast genau so gut geworden wäre 😉 Wer es nicht sehen mag scrolle einfach ganz schnell weiter.

Und es gibt noch mehr solcher „durch die Scheibe – Bilder“, so z.B. sah es von meinem Krankenbett am Tage aus:

Und dieses war der Blick auf den Hafen, den ich täglich bei meinen Flurrundgängen mit dem Physiotherapeuten erreichte – also das Fenster mit dem Blick, nicht den Hafen 😉 .

Auf den Fluren und auch in den Patientenzimmern hingen übrigens sehr sehr schöne Hamburg – Fotografien, die zu betrachten mich und mein Laufpensum von Tag zu Tag anstachelten und steigerten.

Als ich nach vier Wochen aus der anschließenden Reha wieder nach Hause kam, warteten vier kleine – zu dem Zeitpunkt vier Monate junge Pfoten auf mich. Cookie, eine Australien Shepherd – Bordercollie Mischlingshündin war am Karfreitag bei uns eingezogen und hatte nach einer heftigen, stürmischen Anfangszeit (die ich far far away in der Rehaklinik nur durch tägliche Verzweiflungsnachrichten per Handy mitbekommen habe) schon eine ganze Menge Erziehung genossen.

Cookie, 5 Wochen alt
Cookie, 5 Wochen alt in der Wurfkiste

Meine Physiotherapeutin meinte, als ich sie vor der OP fragte, ob es sinnvoll sei, sich gerade jetzt einen Welpen ins Haus zu holen: „auf jeden Fall, du brauchst viele kurze Spaziergänge, wenn du wieder Zuhause bist. Das ist doch optimal“. Gut, spazieren gehe ich mit dem Energiebündel bis heute noch nicht alleine. Da hat die fast elfjährige Emma genau das richtige Temperament für meinen Fitnesszustand. Aber das macht nichts, denn die kleine Cookie bringt unglaublich viel Freude ins Haus.

Abgesehen von welpentypischen Aktionen, wie Schuhe klauen, Socken zerfetzen, Rosen ausbuddeln, Äpfel, Möhren und Brötchen vom Tisch klauen, oder wie ein aufgezogenes Duracell Häschen minutenlang in einem Affenzahn durch die Beete und Büsche des eigentlich mal gepflegten Gartens zu fetzen, ist sie ein ganz liebenswertes, treues, gelehriges und schlaues Tier.
Wie schnell man sich an so einen Fratz gewöhnen kann; ach, was rede ich, sie ist schon genauso unser Herzenshund, wie Emma es ist und auch immer bleiben wird. Aber sie braucht eben eine ganz andere Erziehung als es unsere Hunde zuvor brauchten. Für uns eine kleine / große Herausforderung, der wir aber bis jetzt ganz gut gewachsen sind 🙂

hellwach und (fast) immer im Arbeitsmodus

So viele Themen in einen Blogbeitrag zu packen widerspricht wahrscheinlich allen guten Tipps zu Themen wie „so bloggst du erfolgreich“ oder “ so wirste im Netz gut gefunden“, aber das ging mir immer schon am Allerwertesten vorbei. All das hat in den letzten Wochen und Monaten mein Leben bestimmt und deswegen kann ich es in meinem Kopf nicht voneinander trennen und wird hier in ein Paket geschnürt.

Ich bin selber gespannt wann es hier mit dem nächsten Beitrag weiter geht. Zumindest bin ich schon zur Hälfte wieder „hergestellt“. Kurze Strecken laufe ich schon wieder gehstützenfrei, aber einiges funktioniert leider auch noch gar nicht gut. Mal sehen, wie es mit dem Fotografieren demnächst klappt. Die Freude daran ist zumindest schon mal wieder da, die Kraft noch nicht so ganz, aber ich bleibe positiv!

Alles Liebe
eure Christiane

Emma und Cookie ❣

6 Comments

  • Reply
    Regine
    August 22, 2019 at 11:52

    Hallo Christiane,
    wie schön, dass es dir wieder besser geht und wir dich hier wieder haben. Hoffentlich bist du ganz schnell wieder vollkommen fit!

    LG,
    Regine

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      August 23, 2019 at 10:58

      Vielen lieben Dank!

      Ein Jahr soll es, laut Arzt, mindestens dauern mit dem „vollkommen fit“. Davon habe ich ja schon 1/3 geschafft 🙂

      Liebe Grüße
      Christiane

  • Reply
    Julia
    August 21, 2019 at 8:25

    Es freut mich sehr wieder von dir zu lesen und ich freue mich über jeden neuen Beitrag.
    Ich bin dabei!
    Liebe Grüße
    Julia

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      August 21, 2019 at 8:36

      Und ich freu mich über jeden einzelnen, der das sagt ❤

      Liebe Grüße

  • Reply
    Kai
    August 20, 2019 at 21:01

    Wie schön, dass Du wieder da bist. Vorgestern habe ich zuletzt bei Dir vorbeigeschaut und überlegt, was mit Dir sein könnte.
    Nun hoffe ich, dass Du auf dem richtigen Wqeg der Besserung bist und alles einigermaßen gut wird.
    Auch, wenn die Zeit heute sehr schnelllebing ist, vergessen habe ich die Fujipixelchen nicht 🙂
    Erst einmal liebe Grüße

    Kai

    • Reply
      Christiane Pesendorfer
      August 20, 2019 at 21:44

      Ich freue mich gerade sehr, dass du meinen Pixelchen – trotz der langen Pause – treu geblieben bist. Habe schon gedacht, hier liest bestimmt keiner mehr.
      Danke !

      Viel liebe Grüße

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