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Urlaub in der Heimat

In den Herbstferien waren wir am Traunsee . Ja, schon wieder. Dort waren wir erst im Herbst des vergangenen Jahres und davor im Juli. Das bedeutet, wir waren drei Male in weniger als zwei Jahren da und wenn mein Krankenhausaufenthalt nicht dazwischen gekommen wäre, dann hätte es im April dort auch noch einen Urlaub gegeben.
Wie langweilig, denken die einen; manch einer findet das vielleicht seltsam.
Für mich ist das der Beweis für meine besondere Liebe zu dieser Region Österreichs. Jedes Mal, wenn ich dort ankomme denke ich, ich möchte dort leben.

Das blaue Licht kurz vor Sonnenuntergang zaubert eine mystische Stimmung auf den See.
Schaue ich mir das obere Bild an, wäre ich gerne Teil davon. Ja, ich würde gerne in dem Foto leben. Bitte!

Wir haben unsere Tage natürlich nicht alle am Traunsee verbracht. Es gibt viele Nahziele, die man relativ schnell erreichen kann und sei es nur zum Bummeln oder um eine Tasse der besonderen österreichischen Kaffeespezialtäten zu genießen. Zum Beispiel in Bad Ischl.

Ischler Lüftlmalerei

Auf dem Loser

…… bin ich an meine körperlichen Grenzen gekommen. Grundsätzlich klappte vieles von dem, was ich mir für den Urlaub vorgenommen hatte leider noch nicht . Die Erkenntnis war anfangs bitter, aber…. es gibt Schlimmeres, als mit einem relativ frisch operierten Knie auf lange Ausflüge verzichten zu müssen 😉 Dennoch wollte ich einmal Bergluft schnuppern. Auf den Loser kann man über die Loser Panoramastraße ein ganzes Stück mit dem Auto auf den Berg hinauf fahren. Von dort aus geht es dann zu Fuß weiter bis zum Gipfel.

Loser Panoramastraße

Der markante Gipfel macht den Berg zum Wahrzeichen des Ausseerlandes in der Steiermark.

Vorbei am Augstsee gelangt man über moderate Wanderwege zum Gipfel. Von dort aus bietet sich ein wundervoller Blick über das tote Gebirge und das Dachstein Massiv.

Augstsee
Dachstein Massiv
Totes Gebirge
ausgelassenes Toben in fast 2000 m Höhe
Ein letzter Blick zum Abschied

Salzburg

Seitdem ich vor gut einem Jahr das letzte Mal von Salzburg berichtete hat sich dort nicht viel verändert. Damals hatte ich mit meiner Kamera schon die -für mich- schönsten Blicke auf die Altstadt abgegrast und heute möchte ich nicht nocheinmal dieselben Eindrücke zeigen. Aber die Gefahr bestünde auch gar nicht, weil ich in diesem Jahr nur sehr wenig Salzburgbilder mit nach Hause gebracht habe.

In diesem Jahr ist uns das erste Mal ein Kunstwerk aufgefallen, dass uns in den letzten Jahren immer entgangen war: die Salzburger „Gurken“.

Direkt gegenüber vom Festspielhaus wachsen sie am Furtwänglerpark in einer Fünferreihe aus dem Asphalt. Da ich an der Stelle meine erste Pause brauchte setzten wir uns auf einen Brunnenrand und betrachteten eine ganze Weile das eigenwillige Kunstobjekt. Steffi hatte eine schöne Idee, wozu man es nutzen konnte und machte mit Cookie einige Slalomrunden durch die Essiggurken, was bei einigen Vorüberziehenden für Gesprächsstoff sorgte 😉 ….

Friedrich Schiller, Festung Hohensalzburg und die Essiggurken
angeregte Diskussion über die Kunstbanausen am Essiggurkendenkmal 😉

Nachdem wir genug Ruhe-, bzw. Agilitypause hatten marschierten wir weiter Richtung Dom und machten unseren nächsten Stopp auf dem Kapitelplatz. Vor uns klappern ein paar Pferdekutschen über das Kopfsteinpflaster, links packt ein Gitarrist seine Gitarre aus, rechts steht ein kleines Mädchen Modell für einen Scherenschnitt und überall sitzen Menschen, knabbern an ihren Brezeln und strecken ihre Gesichter in die Sonne, die Petrus an diesem Tag kräftig und heiß vom Himmel lachen ließ. Salzburg, wie ich es kenne und liebe!

Unser Weg führte uns weiter über den Residenzplatz; hier treffen wir wieder auf einige Straßenkünstler. Es gibt Portraitmaler, die Salzburgs Sehenswürdigkeiten wahlweise in Aquarell oder Acryl anbieten, Souvenirverkäufer und lebende Statuen, die fleißig Postkarten verteilen und sich gerne fotografieren lassen. Wir setzen uns auf eine Bank und beobachten das Gewusel. Ich genieße die vielen Eindrücke und kann mir theoretisch auch vorstellen , den Rest des Tages auf dieser Bank zu verbringen und einfach nur Menschen zu beobachten.

Aber wir wollten noch ein bisschen was sehen von der Stadt. Angekommen am Alten Markt erwartete uns eine Riesenbaustelle, die nach und nach einen ohrenbetäubenden Lärm verursachte. Dort ein Bagger, der das Pflaster aufriss, hier ein Arbeiter, der die kleinen Steinchen mit einem Höllengerät fest klopfte, dort jemand der mit einer Steinfräse die zu verlegenden Platten in die richtige Größe brachte. Es wurde so laut, dass die Leute aus den angrenzenden Cafes flüchteten und man ohne Ohrenschutz ernsthaft um sein Hörorgan besorgt sein musste. Doch die Rettung kam wie aus dem Nichts: eine ca. 15 köpfige „Blaskapelle“, die mit gruseligsten Disharmonien im fortefortissimo gegen den Baustellenlärm anblies.

And the winner is: Sunglass – Brass !! Bravo, Bravissimo.


Was ich an diesem Tag vermisste war der Mozartgeist, der sonst stets durch die Gassen der barocken Altstadt mit seinen Kirchen, Kuppeln, Brunnen und italienisch leichten Arkaden wehte. Warscheinlich war einfach zu viel Getümmel und zu viel Lärm. Da verschwinden nicht nur die Touries….

Almsee

Am Nächsten Tag brauchten wir Ruhe und fuhren zum Almsee. Ein Ort, an dem die Welt Zu Ende ist und an dem Konrad Lorenz viele seiner bedeutenden Graugänse- Beobachtungen machte. Man kann sehr schön am See entlang wandern und die sagenhafte Ruhe genießen.

Almsee

Stift Kremsmünster

Da ich das Mastermind hinter unserer Urlaubsplanung war, mir seit Jahren schon wünsche, das aus Kindheitstagen in Erinnerung gebliebene Stift Kremsmünster einmal wieder zu besuchen und meine Freundin sich gern überraschen lässt habe ich beschlossen: das kommt aufs Programm.

Das Stift ist ein im Jahre 777 von Benediktinern gegründetes Kloster. Es ist eine kleine Stadt für sich mit seinen Gärten, dem Museum, Gymnasium, Kindergarten, Restaurant, Theater, der Bibliothek, Sternwarte, Weinkellerei, dem Stiftsschank und Klosterladen.
Interessiert hatte mich vor allem die Stiftskirche. Ich hatte sie von Früher in besonderer Erinnerung. Warum, war mir nicht mehr bewusst.

Als ich die Kirche betrat war mir dann klar, was mich damals so sehr beeindruckt haben musste. Die über und über mit Marmor und Gold verzierten Altäre, die freskierten Gewölbe und mit Gobelin verkleidteten Säulen raubten mir beim Betreten des Gotteshauses die Luft.
Die überlebensgroßen Heiligenfiguren, die großen prunkvollen Altäre und die schweren Stoffe überforderten mich an dem Nachmittag und ich muss zugeben, dass ich mich nach wenigen Minuten dort schon wieder verabschiedete.

Herbstzauber an der Klostermauer

Am gleichen Nachmittag machte ich noch einen kurzen Besuch in der direkt am Traunsee gelegenen Stadtkirche von Gmunden. Hierhin sehe ich mich als Kind jeden Sonntag mit meiner Großtante „pilgern“. Ein Ort an dem man still wird ohne sich klein zu fühlen. Ein trostvoller Ort für mich seit jeher.

Stadtkirche Gmunden
Schwanthaler Altar der Stadtkirche Gmunden

An jedem unserer Ausflugstage kamen wir Abends wieder an unseren See zurück. Jeden Abend erwartete uns ein ander Blick auf den See. Mal war es der Nebel, der das Schloss einhüllte, ein anderes Mal faszinierte der rote Himmel der untergegangenen Sonne, der sich im See spiegelte, dann wieder verzauberte er durch seinen pastellfarbenen Spiegel.

Der See hat uns schon viele Gesichter gezeigt, doch ich bin mir sicher, dass er noch viele Weitere für uns bereit hält.

Alles Liebe
eure Christiane

1 Comment

  • Reply
    Kai
    November 4, 2019 at 22:16

    JA, wenn man seinen Ort gefunden hat, dann ist er niemals langweilig.
    Es erinnert mich ein wenig an meine frühere Zeit, in der ich oft und lang in Österreich gearbeitet habe. Ein wirklich schönes Land. Leider liegen über 1000Kilometer langweilige Autobahn zwischen uns, Lust, nach Österreich zu fahren, hätte ich schon durchaus.
    Ach ja, und wieder einmal, wenn man sich erinnert, merkt man, wie die Zeit rennt.
    Lieber Gruß von Kai

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